Wann ist Vorsicht angebracht?

Muttermale, auch Leberflecken genannt, hat fast jeder im Gesicht oder am Körper. Wer unsicher ist, ob die Tupfer gefährlich sind, sollten zum Arzt gehen.

 

Die einen sind angeboren, andere entwickeln sich im Laufe der Jahre: Muttermale bilden sich aus den Pigmentzellen der Haut und bleiben meistens harmlos. Dennoch kann sich aus einem bestehenden Muttermal ein Melanom, schwarzer Hautkrebs, entwickeln. Dies ist bei einem fünftel aller Melanome der Fall.

Schwarzer Hautkrebs ist gefährlich, weil er – im Gegensatz zu den hellen Hautkrebsarten - , Metastasen und damit neue Tumore in anderen Organen bilden kann. Zu den Ablegern kommt es bei 15% der Patienten. In der Schweiz wird jedes Jahr bei 2400 Menschen ein Melanom diagnostiziert. 300 sterben an den Folgen. Weltweit steigt die Zahl der Neuerkrankungen; die Schweiz verzeichnet dabei die höchste Rate in Europa.

 

Bei Unsicherheit zum Arzt

Wer unsicher ist, ob eines seiner Muttermale bedenklich ist, sollte zum Arzt gehen. Erst recht, wenn es sich in Farbe, Form und Grösse von den anderen Unterscheidet oder sich verändert. Male, die jucken oder bei kleinsten Verletzungen schnell bluten, können ebenfalls ein Alarmsignal sein. Auf Veränderungen zu achten und sich selbst systematisch zu untersuchen, ist vor allem bei Menschen mit erhöhtem Risiko wichtig: bei mehr als 100 Muttermalen am Körper, wenn man schon einmal Hautkrebs hatte oder die Immunabwehr durch eine Krankheit geschwächt oder durch Medikamente unterdrückt ist. Auch wenn Eltern, Geschwister oder Kinder an einem Melanom erkrankt sind, sollte darüber mit dem Arzt gesprochen werden.

Früherkennung ist wichtig. Je eher Hautkrebs diagnostiziert wird, desto grösser sind die Chancen einer erfolgreichen Behandlung. Melanome werden in der Regel mit einer Operation entfernt. Ziel ist es, den Tumor vollständig und mit einem Sicherheitsabstand aus dem Gesunden Gewebe zu entfernen. Geling dies bei einem lokal begrenztem Tumor, ist die Gefahr eines Rückfalls gering. Dennoch ist Nachsorge unerlässlich. Sie zeigt, ob sich Metastasen gebildet haben oder ein zweiter Tumor wächst. Die Wahrscheinlichkeit eines Zweitmelanoms ist aber gering. Sie liegt nach Angaben des Uni – Klinikums Zürich bei fünf bis acht Prozent.

 

Sonnenschutz ist zentral

Als Vorsorge ist Sonnenschutz unverzichtbar. Neben den genannten Faktoren können UVA – und UVB – Strahlen das Hautkrebsrisiko erhöhen. Deshalb gilt: zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben, Hut, Sonnenbrille und Kleidung tragen, Sonnenschutzmittel auftragen, Solarien meiden. Verhindern sollte man unbedingt Sonnenbrände. Sie beschädigen die Erbsubstanz. Bis zu einem gewissen Mass kann diese der Körper selbst reparieren. Einzelne Zellen aber bleiben beschädigt – und können sich zu Krebszellen entwickeln. Besonders schutzbedürftig ist Kinderhaut. Beim Melanom sind es vor allem die Sonnenbrände in der Kindheit, die das Krebsrisiko im Erwachsenenalter erhöhen.