SCHUPPE FÜR SCHUPPE

Was chemische Peelings alles können 

Dass Peelings die abgestorbenen Schüppchen der obersten Hautschicht entfernen, ist allgemein bekannt. Tatsächlich können vor allem chemische Peelings wesentlich mehr. Welche Einflüsse sie auf die Zellregeneration und die Aufnahme von Wirkstoffen haben, weiss Dr. med. Lis Vettovaglia:

Die Zellbestandteile der Haut unterliegen einem konstanten, dynamischen und kontinuierlichen Erneuerungsprozess. Allerdings nehmen Geschwindigkeit und Effizienz des Prozesses mit zunehmendem Alter ab; dann fühlt sich die Haut nicht mehr weich, frisch, kompakt und ebenmäßig an.

Zudem tragen Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse maßgeblich zu diesem Alterungsprozess bei. Pigmentveränderungen, Rötungen, große Poren und die Erschlaffung des Gewebes sind die ersten sichtbaren Zeichen und damit Konsequenzen dieses physiologischen Prozesses.

Pharmazeutische Laboratorien in aller Welt forschen kontinuierlich an neuen Möglichkeiten und Therapien, die helfen sollen, den Alterungsprozess der Haut zu verlangsamen oder zu minimieren. Dafür geeignete Technologien werden ständig neu angepasst. Der Fokus liegt auf Behandlungsprotokollen mit neuen Kombinationen von Inhaltsstoffen, Verarbeitungsweisen und Technologien. Gleichzeitig müssen neue Anwendungen möglichst unkompliziert bleiben und ein natürliches Resultat erzielen.

Unter all diesen innovativen Technologien und dermokosmetischen Produkten ist bei Fachleuten in der Ästhetik und bei Beauty – Profis ein Verfahren besonders beliebt; das Peeling. Denn es lässt sich bei einer Vielzahl von medizinisch – kosmetischen Behandlungen einsetzen.

Um eine kontinuierliche Schälung der Hautoberfläche zu erzielen, werden häufig chemische Lösungen eingesetzt. Je nach Behandlungsziel und zu erwartendem Resultat wird das Peeling entsprechend zusammengestellt. Mit anderen Worten: Die Stärke der Säure oder die Kombination von Säuren bestimmt, wie intensiv ihre Wirkung auf die Haut und wie gut diese kontrollierbar ist. Wenn diese ätzenden Stoffe – falsch angewendet – schädlich sein können, warum werden sie dann auf der Haut angewendet?

Der Alterungsprozess verursacht diverse Hauterscheinungen, von denen einige bereits oben beschrieben wurden. Folglich wird die Struktur der Haut durch den verzögerten Erneuerungsprozess in Mitleidenschaft gezogen. Die äußerste Hautschicht (Stratum corneum) wird durch Anhäufung von alten Keratinozyten (Hautzellen) verdickt. Unter dieser wachsenden obersten Schicht wirkt die Oberhaut (Epidermis) wie zusammengepresst.

Der reifen Haut muss wieder zugeführt werden, was verloren ging, sich verschlechtert hat oder sich nicht mehr so schnell regenerieren kann. Durch strukturierte Anwendungen, die der Haut behilflich sind, ihren Tonus und Elastizität zu behalten, bleiben die Gesichtskonturen definiert. Leider verhindert das dicker werdende Stratum corneum das Eindringen von aktiveren Substanzen in diese Hautschicht, die es dringend benötigt.

Alle Peelings, egal ob mechanisch, apparativ, enzymatisch oder chemisch haben zwei gemeinsame Ziele:

·      Sie schälen, d.h. sie entfernen alle auf der Haut gelegenen Schönheitsfehler wie Altersflecken, Hyperpigmentationen, aktinische Keratose und anderes.

·      Je tiefer diese Substanzen in die Haut eindringen, umso effektiver können sie wirken.

Intensive Chemische Peelings dürfen je nach Säuregehalt nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Es gibt aber auch Konzentrationen, die ein gut geschulter Beauty – Profi erfolgreich anwenden kann und darf.

Die Säurestärke einer chemischen Substanz wird durch ihren pH-Wert gemessen. Die Konzentration und das Volumen einer Substanz bestimmen auch ihre Dosis. Durch entsprechende Grenzwerte wird auch festgelegt, welche Berufsgruppen welche Chemikalien anwenden dürfen.
Peelings enthalten eine Säuere mit ähnlichen Charakteristiken. Je nach Indikationsstellung der Behandlungsgrundlage ist die Kombination solcher Säuren von Vorteil.

Es sind verschiedene Säuren erhältlich: Hydroxysäure, bekannt als Fruchtsäure, werden am häufigsten angewendet. Doch eine breite Palette, vorab Trichloracetat, eignet sich ebenfalls ausgezeichnet, um in einer Behandlungsreihe mit verschiedenen Peelings zum Einsatz zu kommen.

Die verschiedenen Eigenschaften der in chemischen Peelings integrierten Säuren regen die Zellerneuerung an, sodass Tag für Tag neue Zellen an die Oberfläche gelangen und die Haut frischer, strahlender und glatter aussieht.

Regelmäßig angewendete oberflächliche Peelings bewirken, dass das Stratum corneum dünn bleibt und ein optimierter Transport von aktiven Substanzen in die Haut gewährleistet ist. Dies ermöglicht zudem den Aufbau von Strukturelementen und verhelfen zu erhöhter Elastizität sowie strafferen Konturen.

Wird im Peeling eine Säure eingesetzt, die die Zellerneuerung stimuliert, hilft es, Falten und Linien zu vermindern und die Poren zu verfeinern. Durch den lang anhaltenden Prozess der Kollagenese (Erneuerung des Kollagens) wird die Haut wieder straffer und kompakter.

Peelings sind eine hervorragende Methode, um spektakuläre Resultate zu erzielen- insbesondere in Kombination mit anderen ästhetischen Behandlungen, wie z.B. Mesoporation. Oder anderen einschleusenden Verfahren. Ist die Haut geschält, gelangen die verschiedenen, je nach Behandlung applizierten Wirkstoffe besser in die darunterliegenden Hautpartien und können dort intensiv wirken.

Peelings sind perfekte Behandlungen, um den natürlichen, täglichen Prozess der Keratolyse zu fördern.