Straff trainiert

Dass wir altern, zeigt sich nirgendwo so schonungslos wie im Gesicht. Die allgemeinen Veränderungen beginnen bereits in den frühen Dreissigern. Im laufe der Jahre sinkt nicht nur die Haut nach unten ab, auch die Muskulatur und das Fettgewebe folgen der Schwerkraft. Aufbau, Funktion und Struktur der mimischen Muskulatur ändern sich. Da die in der Gesichtshaut liegt, bilden sich bei nachlassender Muskelelastizität und Bindegewebsschwäche leicht Falten. Auch das Nachlassen des Muskeltonus führt in unterschiedlichen Ausprägungen zu Falten, Schlupflidern oder hängenden Wangen.

Was beim Alterungsprozess passiert, soll Beispiel des oberen Gesichtsdrittels erklärt werden. Dieser Bereich ist im Alter vor allem von quer verlaufenden Stirnfalten und der längs verlaufenden „Zornesfalte" an der Nasenwurzel geprägt. Wenn sich der Stirnknochen zurückzieht, senkt sich auch die Stirn. Die gesamten Stirnweichteile sinken herab, so auch die Augenbrauen. Sie „rutschen" langsam über den oberen Rand der knöchernen Augenhöhle. Das Oberlid senkt ab und die einst grossen Augen werden stetig schmaler. Durch das Erschlaffen der Augenringmuskulatur verlängert sich das Unterlid. Der darunter liegende Fettkörper senkt sich ab, die berüchtigten „Tränensäcke" entstehen. Das führt einem müden Gesichtsausdruck, der den Gesamteindruck prägend ist.

 

Aktiv und effektiv gegen Falten, Doppelkinn & Co.

Wir haben mehr als 50 Gesichtsmuskeln. Die meisten davon werden jedoch nur wenig genutzt. Dadurch bauen sich mit den Jahren (wie bei einem untrainierten Körper) Knochen, Muskeln, Fettgewebe und feuchtigkeitsspendende Substanzen wie Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure ab. Durch eine regelmässige Kräftigung der Gesichtsmuskulatur und ein gezieltes Aufbautraining ist es möglich, nachhaltig in diesen biologischen Prozess einzugreifen: Das Bindegewebe unter der Haut wird reaktiviert und gestrafft. Muskeln können neu aufgebaut und gekräftigt werden, wodurch die Spannkraft der darüber liegenden Haut wieder zunimmt.

Ähnlich wie beim Bau eines Hauses ist zuerst ein gutes Fundament erforderlich (hier die gestärkte Muskulatur), eine Grundstruktur also, auf die dann das Haus aufgebaut wird. Die Haut ist quasi das letzte Bauteil, dem Dach entsprechend. Die Erfahrung zeigt, dass sich mit apparativen Behandlungen wie z. B. mit dem Laser, durch Massagen oder spezielle Cremes in Verbindung mit der Face-Methode bessere Ergebnisse erzielen lassen, weil die Grundstruktur des Gesichts durch das regelmässige Gesichtsmuskeltraining gut aufgebaut und durchblutet ist. Wenn die Gesichtsmuskulatur noch einigermassen intakt ist, kann die Methode in Absprache mit dem behandelnden Arzt z. B. auch vor und nach einem Face-Lift (Gesichts- und/oder Halsstraffung) eingesetzt werden. Prinzipiell kann die Face-Methode von Menschen jeden Alters praktiziert werden.

Grundsätzlich beginnt man mit fünf Basic-Übungen für das ganze Gesicht:

Stirn, Augen, Wangen, Hals und Kinn. Dann folgen die Spezialübungen, z. B. der Unteraufbau von Lippen und Nase. Meist empfinden Kundinnen und Kunden eine Partie in ihrem Gesicht als besonders behandlungsbedürftig. Ab 40 sind es bestimmte Gesichtspartien, die als „Problembereich" gelten. Hier werden für jeden Kunden individuell die notwendigen Übungen ausgesucht. Denn jedes Gesicht ist anders strukturiert, altert auf unterschiedliche Weise. Daher ist es wichtig, einen individuellen Trainingsplan erstellen zu können. Das Programm wird dann auf den jeweiligen Gesichtstyp angepasst. Niemand muss also alle Übungen der Methode anwenden. Auch die Trainingsanzahl, das Alter und die konditionellen Möglichkeiten des Kunden werden berücksichtigt. Denn eines muss man wissen: Gesichtsmuskeltraining mit der Face-Methode ist Krafttraining und keine Gymnastik. Für Männer wurde übrigens ein eigenes Programm entwickelt, denn sie haben weniger Gewebe und stärkere Muskeln. Das männliche Gesicht ist meist kantiger. Es werden daher weniger Übungen benötigt, dafür wird aber sehr kräftig trainiert.

 

Positiver Nebeneffekt

Das Krafttraining der Gesichtsmuskulatur wirkt sich auch günstig auf die Gesundheit aus, wie die Erfahrungen mit der Face-Methode zeigen: Die verbesserte Durchblutung und Stärkung der Augenmuskulatur beeinflusst die Sehkraft positiv. Das Muskeltraining für die Kinnpartie kann dem altersbedingten Abbau des Kieferknochens entgegenwirken und so den Zähnen zu besserem Halt verhelfen. Verspannungen im Hals- und Nackenbereich können gelöst und Schmerzen so verringert werden.

 

Wie altert die Kinnpartie?

Auch die Kinnlinie verändert mit dem Alter ihre Struktur. Entscheidend hierfür ist, dass die Kieferknochen an Material verlieren. Das Fettgewebe und die Fettpolster unter der Haut verschwinden. Vor allem im Bereich der Wangen und des Unterkiefers erschlafft die Haut. Mit der Zeit entstehen Hängebäckchen und/oder Falten. Diesen Alterserscheinungen kann man mit gezielten Übungen zu Leibe rücken. Ein paar Minuten tägliches Training mit der Face-Methode reichen aus, um sich in seiner Haut wieder wohlzufühlen.