Das macht sie munter

Es gibt viele Lebensmittel, die sie so richtig auf Touren bringen können.

Lesen sie mehr über diese Wachmacher, zu denen auch saure Früchte, scharfe Schoten und belebende Getränke gehören.

Kennen Sie diesen Effekt? In der dunklen, trüben und kalten Jahreszeit fühlt man sich oftmals müde und antriebslos. Doch dagegen gibt es unter den Lebensmitteln so manchen funktionellen Wachmacher.

• Wasser: Ohne Wasser geht gar nichts. Nehmen wir zu wenig davon auf, werden Sauerstoff und Nährstoffe weniger effektiv transportiert. Müdigkeit und Trägheit im Denken resultieren nachweislich daraus. Eine Studie des Deutschen Instituts für Sporternährung e. V. konnte dokumentieren, dass sich das Trinkverhalten vom Sommer zum Winter drastisch ändert. Die Trinkmenge sinkt, obwohl die Zeit ansteigt, die in Räumen mit niedriger Luftfeuchtigkeit verbracht wird. Deshalb müsste die Trinkmenge identisch bleiben, wenn nicht sogar zunehmen. Wichtig ist, nicht nur genug, sondern auch über den Tag verteilt zu trinken und bereits morgens damit anzufangen. Als Faustregel gilt, alle zwei Stunden 0,2 Liter Wasser zu sich zu nehmen. Ideal sind Mineralwässer mit einem hohen Anteil von Kalzium (mindestens 180 Milligramm pro Liter) und Magnesium (mindestens 90 Milligramm pro Liter).

 

Sauer macht fit

• Vitamin C: Der auch als Ascorbinsäure bezeichnete Vitalstoff macht wach und Saures deswegen wohl auch lustig. Der Effekt ist ähnlich wie bei scharfem Essen, man fühlt sich schnell topfit. Egal ob Obst wie Grapefruits, Kiwis oder Äpfel, Gemüse in Form von Spinat, Paprika und Brokkoli - durch den Vitamin C-Gehalt wird die Noradrenalin-Produktion stimuliert, die Wachheit und die Konzentrationsfähigkeit steigen. Zudem wirkt Vitamin C unterstützend auf das Abwehrsystem und hat antioxidative Eigenschaften. Es ist am Aufbau von einigen wichtigen Eiweissen im Körper beteiligt, die als Enzyme den Stoffwechsel aktivieren. Gerade im Winter hilft es, viele Obst- und Gemüsesorten zu kombinieren, um den kompletten Tagesbedarf an Vitamin C zu decken. Natürliche Vitalkomplexe aus Obst und Gemüse können sehr gut helfen, die notwendigen Mengen zu erreichen, wenn regelmässig zu wenig Obst und Gemüse verzehrt wird.

Omega-3-Fettsäuren - langfristige Fitness für den Kopf: Sie können viel, sind aber Mangelware. Omega-3-Fettsäuren sind an den wichtigsten Abläufen im Körper beteiligt- von der Abwehr bis zum Zellstoffwechsel. Selbst bei der Prävention von kardiovaskulären Risiken spielen sie eine Rolle. Omega-3-Fettsäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden. wertvolles Leinöl, fettreiche Kaltwasserfische sowie hochwertige Nahrungsergänzungen wie Omega- 3-Kapseln aus Lachs und Seefischen sind gute Lieferanten dieser wichtigen Fettsäuren. Sie halten die Zellwand der Gehirnzellen geschmeidig und verbessern deren Funktion. Man ist deshalb einfach „besser drauf".

• Sekundäre Pflanzenstoffe: Ob Him- oder Brombeeren, Heidelbeeren oder Cranberrys: Beeren sind eine wertvolle Quelle zahlreicher wichtiger sekundärer Pflanzenstoffe. Ein variantenreicher Beerenmix in Kombination mit Milch und Nüssen ist ein ideales Müsli. Dieses enthält einen potenten Nährstoffcocktail und fördert durch den hohen Ballaststoffgehalt zusätzlich die Verdauung. Neben den heimischen Früchten gelten auch Beeren wie Aronia und Baobab als sehr vitalstoffreich. Die Baobab-Beere des Affenbrotbaums bietet ein wertvolles Repertoire an wichtigen sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide, Tannine und Alkaloide. Ihre ungesättigten Fettsäuren und essenziellen Aminosäuren sollen antibakteriell und antioxidativ wirken.

 

Aronia mit Anthocyanen

Die Apfelbeere Aronia stammt aus Nordamerika und enthält ebenfalls zahlreiche hochwertige, antioxidative Inhaltsstoffe, die gerade in der Jahreszeit mit der höchsten Infektanfälligkeit besonders wichtig sind. Zu ihnen gehören Anthocyane und andere Polyphenole, die freie Sauerstoffradikale neutralisieren und die Zellen schützen können. Dieser natürliche Zellschutz unterstützt besonders im Winter den Körper effektiv bei seinen vielfältigen Abwehrreaktionen. Dadurch bleibt mehr Energie für persönlich wichtige Aufgaben im Beruf, die Familie und die Freizeitgestaltung übrig.

• Rote Bete und Rote Bete-Saft: Beides enthält neben blutbildendem Eisen und wichtigen Vitaminen reichlich Nitrat. Es wird im Körper umgewandelt und soll als Stickstoffmonoxid den Blutfluss und damit die Sauerstoffversorgung innerhalb von einer Stunde nachweisbar verbessern. Ein Glas Rote Bete-Saft, 60 bis 90 Minuten vor dem ersten wichtigen Termin getrunken, macht den Kopf frei. Etwa ein halber Liter ist die optimale Menge über den Tag verteilt. Leistungsorientierte Ausdauersportler setzen Rote Bete-Saft bereits vor intensiven Belastungen mit Erfolg ein. Das Geheimnis der Roten Bete ist der hohe Nitratgehalt, der bis vor Kurzem noch als gefährlich, weil u. a. krebserregend, galt. Einige Studien konnten aber inzwischen dokumentieren, dass der Verzehr nitratreichen Gemüses nicht nachweislich die Krebserkrankungsrate ansteigen lässt, sondern durchaus eine positive funktionale Wirkung entfaltet.

• Koffein: Auf der Skala der Wachmacher rangiert das beliebteste Getränk in der Schweiz ganz weit oben. Im Kaffee lassen sich neben dem als Wachmacher bekannten Koffein auch antioxidative Substanzen und Vitamine finden. So soll bereits eine Tasse Kaffee zehn Prozent der empfohlenen Tageszufuhr an Niacin (Vitamin B3) abdecken. Koffein hat eine konzentrationsunterstützende sowie leicht antidepressive Wirkung, da es im Körper Rezeptoren für Ermüdungsbotenstoffe blockiert. Zudem kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin sowie zu einer leichten Steigerung sowohl der Puls- als auch der Atemfrequenz.

 

Wachmachende Dosis

Koffein kann in individuell unterschiedlicher Dosis den sogenannten Bereich der „optimalen Wachheit" unterstützen. Das ist der Zustand, in dem das menschliche Gehirn am leistungsfähigsten ist. Da es Anpassungsmechanismen an Koffein gibt, sollten Kaffee, grüner und schwarzer Tee eher zielgerichtet und funktional eingesetzt werden. So ist die Wirkung deutlich verstärkt. Als Basisgetränke sind allerdings Früchte- und Kräutertees sowie mineralstoffreiches Mineralwasser vorzuziehen.

• Capsaicin: Das Alkaloid Capsaicin ist in Pflanzen wie Paprika und Chili enthalten. Es übt auf spezifische Rezeptoren einen Schärfereiz aus, der mit einem Hitzereiz vergleichbar ist. Dieser Reiz führt zu vermehrter Durchblutung mit Rötung des Gewebes und einem deutlichen Wachmacher-Effekt. Daran anschliessend kommt es durch Reizung der entsprechenden Rezeptoren und der regulierenden Durchblutung nach dem Abklingen der Schärfeempfindung zu einer Aktivitätsdämpfung. Mittelfristig wird so eine Toleranz mit Gewöhnungseffekt gegen scharfe Speisen aufgebaut. Die Chilischote ist demnach gut geeignet, wenn direkt nach dem Aufstehen und noch vor dem ersten Kaffee ein Wachmacher-Kick benötigt wird.

• Bulletproof Coffee: Dieser besteht aus zwei Tassen starkem Espresso, püriert mit einem Teelöffel Butter und einem Teelöffel Bio-Kokosöl. Er ist als Trendgetränk nahezu in aller Munde und kann eine schnelle, einfache Alternative zum Frühstück darstellen. Der Hunger kann gezügelt, die Fettverbrennung aktiviert und die Gehirnleistung über den Morgen hinweg gesteigert werden. Hochwertiges Bio-Kokosöl bildet mit dem Kaffee die optimale Basis für den Bulletproof. Es besteht u. a. aus Laurinsäure, eine Fettsäure mit mittlerer Kettenlänge (medium chain triglycerides), sogenannte MCT. Gegenüber den langkettigen Fettsäuren haben sie den Vorteil, dass sie vom Körper schnell aufgespalten, zur Leber transportiert und dort so abgebaut werden, dass sie auch das Gehirn mit Energie versorgen. Schnell gut drauf sein und Durchhalten bis mittags ist dann leichter. • Matcha. Dieses leuchtend jadegrüne, traditionelle Getränk aus Japan ist kein Extrakt, es besteht aus feinst vermahlenen Grünteeblättern. Dieses Pulver wird mit heissem Wasser aufgegossen. Man kennt diese Art der Zubereitung auch aus der japanischen Teezeremonie. Hier wird das Pulver in Entsprechung zu dem strengen Ritual mit einem Bambusbesen mit dem heissen Wasser aufgeschlagen.